Rhein-Kreis Neuss: Jodtabletten – Landrat fordert von Minister Klarheit hinsichtlich der Verteilung

Rhein-Kreis Neuss – Die Menschen im Rhein-Kreis Neuss dürfen im Fall eines Reaktorunglücks „nicht schlechter als in der Region Aachen behandelt werden“.

Diese Auffassung vertritt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in einem Schreiben an Landesinnenminister Ralf Jäger. Hintergrund ist die Verteilung von Jodtabletten im Rahmen eines Störfalls wie in den umstrittenen belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel, deren Stilllegung der Kreistag in einer Resolution gefordert hatte.

Nach allgemeinen Empfehlungen sind bei einem atomaren Störfall Personen, die sich im Umkreis des betroffenen Kernkraftwerks von 25 Kilometern aufhalten und zwischen 18 und 45 Jahre alt sind, gehalten, Jodtabletten einzunehmen. Über diese Zone hinaus scheint dies nicht erforderlich zu sein.

AKW-Tihange-Huy-koeltorens-von-Michielverbeek-CC-BY-SA-3.0-über-Wikimedia-Commons

„Dennoch gibt es verbindliches Schriftmaterial aus der Region Aachen, welches auch für die dortige Personengruppe eine Einnahme von Jodtabletten vorsieht, obwohl die Betreffenden sich außerhalb dieser festgelegten Expositionszone befinden. Ich vermag diesen Widerspruch nicht aufzulösen und bitte auch im Interesse der hiesigen Bevölkerung um Erläuterung“, schreibt Petrauschke an Jäger.

Im Rhein-Kreis Neuss hatte das Thema sowohl in der Bürgermeisterkonferenz als auch im Ausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz auf der Tagesordnung gestanden, wo die Wege der Verteilung von Jodtabletten erörtert worden sind. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Medikamente beschafft und dem Rhein-Kreis Neuss 67.000 Pillen-Päckchen zur Verfügung gestellt.

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